Freitag, 16. November 2012

Rastlos

Bin so müde bin so rastlos. Kann nicht laufen noch gehen. Ich fühle alles fühle so vieles doch sensibel das bin ich nicht. Lieg am Boden ohne zu atmen. Ich denke nicht mehr. Tanze um nicht fühlen zu müssen damit es endlich aufhört und darum hasse ich das Schreiben so sehr. Es lässt mich so stark wieder fühlen denn Dichter denken nie. Sie fühlen um zu schreiben und schreiben um Gefühle loszulassen. Das kann ich nicht ich lass nicht los. Meine Hände verkrampfen immer zu sehr.
Ich sollte schlafen bin so unendlich müde. Bin so rastlos darum schreibe ich. Fühle so vieles es macht mich rastlos denn wenn ich Wände rückwärts hoch laufe kann ich nicht stehen bleiben sonst falle ich.
Ich will die Zeit besiegen und kann doch nur vorwärts stehen bleiben. Ich springe Spagate und bleibe luftlings hängen. Dann erbrech ich mich und find mich doch keuchend am Boden wieder. Bin was ich immer sein wollte und find doch nie Ruhe. Es macht mich rastlos weil ich nicht mehr atmen kann. Ohne Atem kann ich nicht stehen bleiben und wenn ich laufe fehlt er mir eben nicht.
Ich möchte so gerne schreien doch meine Seele ist stumm geworden. Schreie luftlose Worte in den Himmel und fleh ihn an. Um was? Wer weiß das schon. Dann sack ich auf die Knie und sing "Und bete zu Gott dass er dich hört und bete zu Gott dass er dich hört".
Duch du hörst mich nicht stimmts? Lachst über meine stumme Seele und meinen kranken tanzenden Körper. Aber hören tust du nichts. Stumme Seele glaubt an tauben Gott passt doch.
Ich möchte nach Hause mir fehlt der Regen und der Wald. Und er. Mein Atem den ich irgendwo verlor auf halber Strecke zu mir selbst.
Ich lache über eure Interpretationen wie der taube Gott über mich. Dichter beabsichtigen nicht Dichter fühlen und deshalb hassen sie das Schreiben so sehr. Ja es stimmt ich hasse es und ich gebe darin so viel von mir und in den Worten ist so viel ich dass niemand mehr mich sieht zwischen den Zeilen und dass mag ich an Interpretationen dass ihr mich nie findet.
Mir ist so schlecht. Ich weiß das Gefühl in mir sind die Lügen. Die Lügen an mich selbst und sie steigen hoch. Meine Arme brechen auseinander mein Körper richtet sich auf. Er versucht zu tanzen und wendet die Augen nicht vom tauben Gott. Aber ohen Atem kann er nicht gut tanzen. Und Gott lacht ihn aus.
Ich sehe mich nein nicht mich. Sie. Die die mir so ähnlich sieht. Sie trägt Kleidung wie ich ihr Haar ist noch etwas länger als meines und nicht golden. Ich weiß nicht ob sie fühlen und sehen und leiden kann wie ich. Vielleicht kann sie tanzen und schreiben. Ich glaube sie kann singen ich glaube ich kann nicht singen. Außer für Gott. Für ihn hab ich ja gesungen und er kann mir nicht sagen ob ich gut bin denn er hörts ja nicht. Aber sie ist schön. Ich weiß nicht ob ich schön bin. Ich kenn sie nicht und ich mag sie nicht.
Ich hasse meine Gedanken denn sie zeigen mir dass ich zu mir nicht ehrlich bin.
Sie ist schön und und ist wie ich. Nur ist sie nicht auf halber Strecke zu sich selbst sie ist schon so weit gegangen und ich weine so sehr. Weine meinem Atem nach der mit ihr ging und darum hass ich sie. Und darum hass ich mich weil ich gemein bin ich kenn sie nicht. Und sie ist nicht gemein sie sieht aus wie ich und lacht wie ich ist so groß wie ich und hat dasselbe Sternzeichen.
Tauber Gott ich will nicht dass ich bin wie sie die die mir das Atmen nahm. Ich möchte alleine ich sein.
Und als ich die dritte Wand rückwärts hochlaufe bemerke ich ich bin nicht wie sie. Denn sie ist perfekt und ich werde as nie sein denn ich laufe ja Wände hoch und spreche mit dem tauben Gott.
Und es tut wahnsinnig weh jetzt zu atmen. Ich möchte alleine Regen und Wald und die Lichtpünktchen auf den Blättern sein. Ich bin nicht sie denn ich bin ohne Atem. Und ich glaub mein Atem kommt nicht mehr wieder denn er ist mit ihr gegangen. Und jetzt ist er ein perfekter Atem weil sie perfekt ist. Da fällt mir ein ich verwende das Wort perfekt ja eigentlich gar nicht.
Ich werde wohl ruhelos laufen mit schmerzenden luftleeren Lungen und stumm reden mit dem tauben Gott. Denn ihm ist es egal welche luftlosen Worte über meine Lippen kommen. Er ist ja taub.

Donnerstag, 15. November 2012

Tanzend

Es pulsiert das Blut so fest in dir. Wenn die Verzweiflung sich an deinem Herzen bricht, wenn du nicht mehr erträgst, was du fühlst und dich gegen die Zeit zu drehen versuchst. Du hörst die tiefen Basstöne als wären sie dein Herzschlag und tanzt, spürst nicht den Schmerz in deinen Gliedern, denn in dir ist das Gefühl zu groß. Und du ringst damit. Wirfst dich auf den Boden voller Qual. Es lässt dich nicht los, egal wie sehr du darauf einschlägst. Reckst dich hoch zum Himmel und dein Haar zeichnet deine Wut. Du springst und fliegst. Die Ohnmächtigkeit trägt dich hoch. Nicht merkst du deinen Atem, der flacher wird. Du siehst Bilder, die dir das Lied suggeriert und deine Eingeweide schreien auf. Während du sie betäubst, weil du immer kräftiger an deinen Muskeln zehrst. Die letzten Akkorde, du sackst zusammen. Die Wut flutet über dich hinweg ohne Spuren zu hinterlassen, du weinst und weinst, dein Körper bäumt sich auf in einem letzten stummen Hilfeschrei. Du liegst dann lange und atmest viel zu hastig...
...während die anderen dich bloß tanzen sahen.

Samstag, 10. November 2012

Der Junge

Der Junge
(Antwort auf "Das Mädchen")

Als morgendliches Licht den Himmel erklomm,
da lief jener Junge sinnend,
seine Gedanken lieb und gar so fromm,
Poesie durch seine Adern rinnend.

Mit Sätzen mochte niemand festhalten,
wie zauberhaft verwoben seine Phantasie,
nur ihm alleine blieb es diese zu gestallten,
denn darüber ein Wort verlor er nie.

Eingetaucht in seineTräume lief er weit,
die Blätter unter seinen Füßen flüstern,
wie gern er sucht die stille Einsamkeit,
sein Herz erwartet diese Glück schon lüstern.

Der Wald führte ihn zu einer ruhigen Lichtung,
dort wo ein Mädchen sich ließ zur Ruhe nieder,
ganz plötzlich drehte sich des Windes Richtung,
und das Mädchen schlug auf die feinen Lieder.

Er trat zurück wie sie ihn gar verschreckte,
sie senkte schamhaft die blauen Augen,
ein Sonnenstrahl ihre blassen Wangen neckte,
die Vernunft sollte ihr nicht die Träume rauben.

Seltsam warm sein Herz begann zu schlagen,
er fasste sich Mut, setzt sich an der Lichtung Rand,
niemand wusste auch nur ein Wort zu sagen,
bis ganz unverhofft seine Hand die ihre fand.

Seltsame Vertrautheit nun an den Zweifeln nagte,
niemand wünschte sich mehr an andere Orte,
denn beide wussten sie um das Ungesagte,
dass sie waren Kinder der still geträumten Worte.

- Susi Meindl


...weil wir immer Kinder der Poesie sein werden.

Das Mädchen

Das Mädchen

Am Waldrand im Mondlicht,
Ein Mädchen stumm und leise,
Getrübt durch schlechte Sicht,
Geht sie auf ihre Weise.

Ab und zu bleibt sie stehen,
Den Lauten der Stille lauschend,
Um dann schnell weiterzugehen,

Das Laub durch ihre Haare rauschend.

Den Blick mit ihren blauen Augen,
Wachsam und überlegt,
Das Licht, dass sie an sich saugen,
Wenn sie nach etwas strebt.

Den Weg entlang in den Wald hinein,
Eine helle Lichtung suchend,
Noch immer gekleidet in dem Schein,
Sie weitergeht, fast rufend.

Dort am Ziel ihrer Einsamkeit,
Gemütlich sie es will,
Wie schön es wär zu zweit,
Um sie herum ist alles still.

Beschlossen in ihre Knien gesunken,
Kraft tankend, wenn sie nachher startet,
Der Nebel macht sie betrunken,
Auf kalter Erde sitzt, und wartet.

Nach einer Weile schon, man sieht,
Schlafend auf der Erde,
Der Wind begann ein Lied,
Wo sie hütet ihr Gebärde.

© Julian Berger
http://www.facebook.com/JulianBergerSchriftsteller

Inspiriert durch Susi Meindl
Gewidmet an Susi Meindl
….weil du immer ein Kind des Waldes sein wirst.

Dankeschön Julian ♥

Sonntag, 28. Oktober 2012

Verstehst nicht

Hallihallo :D
Wunderschöne Herbstferien wünsche ich euch (bzw. den Glücklichen, die welche haben :))
Hab heute wieder einen schönen Text gefunden (hehe sollt öfter mal mein Zimmer orden ;)) und verabschiede mich damit für eine Woche, da ich mich mal meinen Büchern widmen möchte.
Viel Spaß beim Lesen, hab euch lieeeeeb ♥

Sie erwarten, dass sie weint. Ihr Lächeln erlischt kurz, aber in ihr rührt si

ch nichts mehr. Allein sie weiß um die Regeln in ihrem Spiel. Ein Spiel, das nur sie geewinnen kann. Kurz fragt sie sich wieso, dann tanzt sie weiter auf dieser undurchschaubaren Leinwand. Niemand stiehlt ihren Augen das Leuchten. Es ist nicht aufgesetzte Fröhlichkeit, die daraus lacht, es ist die reine Gewissheit kein Stücken Seele geliehen zu haben. Immer wieder streift die Hand den Anhänger um ihren Hals. Dann wird ihr klar, wer sie ist. Und glaub mir, sie weiß es wohl. Deshalb hat sie verlernt zu weinen, sie behält sich für sich und weiß um ihre Gabe Realität entfliehen zu können. Deshalb tut man ihr nicht weh, weil ihr Herz alleine der Schönheit gehört.
Es ist weit über Mitternacht. Neben ihr schläft zusammengerollt ihr Hund. Ganz still ist es. Sie zwingt sich zu leiden, um berührende Sätze zu Papier zu bringen und es schmerzt sie doch nicht. Ihr Herz ist lange vergeben. Sie bettelt und fleht um Freilassung aus dem Spiel, aber nicht sie kann sich befreien.
Sie lacht über dich, kann so schallend über dich lachen. Ganz plötzlich dreht sie das Spielbrett um, merkst du? Du sagtest ihr wie schön ihre Texte seien und hattest alle Antworten vor dir und du verstandest nicht. Nicht ein Wort, in dem sie sich offenbarte, sahst du.
Niemand verletzt sie, denn ihr Herz lässt nicht zu, dass etwas ihrer größten Leidenschaft abträgig ist.
Und du bist zu dumm um all das zu verstehen.

♥

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Unbeständigkeit

Ich liebe den schmalen Grad auf dem wir wandern. Wir hassen uns nicht, wir mögen uns nur nicht mehr. Es ist viel zu leicht, es fühlt sich an als würde Wasser durch die Finger sickern. Zu zügig um noch einmal Lebwohl zu sagen zu jedem einzelnen Tropfen. Es rinnt und ich weine. Meine Tränen sind der Unbeständigkeit gewidmet, nicht aber dem Wasser, das von dunklen und hellen Flecken gezeichnet war. So schnell wie Wasser durch die Finger rinnt, so schnell vergessen wir uns. Und ich weine noch immer über die Unbeständigkeit.

Dienstag, 23. Oktober 2012

Zwiespalt

Ich hör sie schreien, sich streiten und bekriegen. Wie Feuer und Wasser zugleich. Heiß und kühl. Ich werde verbrannt und erstickt. Zu beiden Seiten ziehen sie mich. Wem soll ich folgen?
Ich werde in der Mitte zerrissen, weil sie sich bekriegen - Herz und Kopf.

Montag, 8. Oktober 2012

Maske

Wellenlose, schwarze See liegt zu ihren Füßen
Sibern auf Wangen glänzen ihre Mondlichttränen
Was gäbe sie, um nicht weinen zu müssen
Damit Gedanken nicht mehr wiederkämen

Wenn sie Düfte riecht, die nicht mehr ihre sind
Kaltes Wasser sich nach ihrem zarten Körper sehnt
Karge Realität zu schmerzlichen Träumen verinnt

Dann jene Maske sich weiter über ihr Anlitz dehnt

Erinngerungen nehmen Gestalten des Wassers an
Tiefe Sehnsucht bringt die stille See zum Beben
Sie weiß, dass die Maske gut verstecken kann
Leise Tränen und von Traurigkeit geprägtes Leben

♥

Samstag, 22. September 2012

Verstehst du - oder liest du nur?

Geronnene Tränen trocken auf ihrer Brust. Staubige Jazzmusik schleppt sich bis auf den Balkon, wo sie umhüllt von tiefer Nacht sitzt. Die Gedanken schweifen von dem Blatt Papier auf ihrem Schoss ab, sie wippt unruhig mit dem Stift in ihren Händen. Sie fasst sich selbst nicht mehr. Ihre Gedanken verlaufen sich, sie sehnen sich nach dir. Die Musik im verblassten Hintergrund schwenkt um. Sie kennt da
s Lied, weil du es ihr gezeigt hast. Euer Lied brennt sich auf das Papier, ohne Mühe ihrerseits. Der Stift speit die Worte aus, die das Lied in ihrem Inneren bedeuten. Es ist geschrieben, was sie schreiben wollte. Und doch bedeutet dies alles ganz anderes, als du jemals daraus lesen wirst. Sie steht auf und lässt das Papier und den Stift ruhen. Das Lied läuft weiter im farbigen Hintergrund. Verstehst du ein Wort, das auf ihrem Papier zu sehen ist?
Oder liest du nur, was sie schrieb?

Freitag, 21. September 2012

Ihr sehnlichster Wunsch

Am Horizont läuft dieses kleine, verärgerte Mädchen und es kümmert sie nicht, dass du sie liebst. Auf ihrer himmelblauen Weste fehlen nur die Wattewolken. In ihren Augen glänzt das letzte Licht der Sonne, du deutest es als Fröhlichkeit. Die tiefgrünen Wiesen fressen sich voll Orange und sie beugt sich zurück, der Rücken gestützt vom runden Sonnenballen. Du sagst, Extase sei alles was sie braucht, aber weißt du was Extase in ihren Augen bedeutet? Gott, sie liebt es am Leben zu sein und zu fühlen. Denn in ihrer Welt ist alles echt und alles hält. Nichts ist zu schnell.
Der Himmel lächelt auf sie herab, denn sie strahlt ihn an. Du weißt nicht, wie das geht? Hat sie dich denn nie so angelächelt? Sie muss, denn du sagst du liebst ihre Art zu fühlen. Du kennst ihre Art zu fühlen aber nicht wirklich.
Ihre Wirbelsäule droht zu brechen, denn sie beugt sie so weit nach hinten. Bedächtig richtet sie sich wieder auf und lehnt die Finger an die von Sonnenlicht liebkoste Wange. Sie weiß ihr Körper ist nicht stark, doch ihre Welt wird - wider deinem Glauben - niemals einstürzen.
Deine Stimme sagt ihr, sie sei eingebildet und sie legt den Kopf in den Nacken und strahlt den Himmel noch mehr an.Was du sagst, dringt nicht in den großen Apparat, den sie sich gebaut hat. Auf dessen Leinwand sie ihre Spiele spielt. Liebe, Sex und Einsamkeit, glaub mir sie nimmt sich was sie braucht, und lässt auch den Rest nicht zurück. Die Welt, von der du glaubst das Mädchen würde darin untergehen, ist in Wahrheit ihr Spielplatz. Oh mann, du bist blinder als sie eingebildet!
Keine Angst, du wirst nicht der sein zu dem sie rennt, dem sie ihre bitteren Pillen in den Rachen stopft. Denn sie kennt niemanden, der ihre Art der Extase teilen kann. Und Extase ist ja alles was sie braucht. Du liebst sie noch immer und es kümmert sie nicht.
Sie läuft den Weg zurück im untergehenden Licht. Sie wirkt so glücklich, siehst du? Und das ist sie auch in den Momenten, in denen sie inne hält um Extase zu erfahren. Denn Extase ist alles was sie braucht.
Du sagst, du liebst ihre Sünden, doch du siehst nicht, siehst nicht die Leinwand vor der sie steht. Die Sünden sind gemalt, sind nicht die ihren.
Im Apparat kauert sie sich nieder. Hast du gedacht, es kümmert sie gar nichts? Oh mann, wie blind du bist! Das was sie fürchtet ist ihr sehnlichster Wunsch und doch - es lässt sich vereinen! Aber nicht du, denn du bist wie die Welt. Bist ein Teil ihres Spielplatzes. Und sie will heute nicht, dass die Welt sie sieht, weil sie glaubt, sie würde nicht verstehen.
Ihr Leben fühlt sich wie ein Film an und manchmal blutet sie gerne, nur um zu wissen, dass sie noch atmen kann. Wieder sehnt sie sich nach Extase, denn Extase ist alles was sie braucht. In ihrer Welt ist nichts zu schnell, denn was du meinst, ist alles nicht wahr. Sie belügt sich aber nicht. Denn ihre Welt ist das nicht.
Du bist wie die Welt.
Und sie möchte nicht, dass die Welt sie sieht, weil sie glaubt, sie würde nicht verstehen.
Wenn alles gemacht wurde um zu zerbrechen, will sie ihm zeigen wer sie ist.
Sie möchte ihm zeigen, wer sie ist.
Sie möchte ihm zeigen, wer sie ist.
Aber nicht dir, denn du bist wie die Welt. Und die Welt, dass weiß sie, kann ihr keine Extase geben. Und Extase ist alles was sie braucht.
Sie ist nicht verliebt, aber sie wartet.
Was sie fürchtet ist ihr sehnlichster Wunsch.
Sie möchte ihm zeigen, wer sie ist.
  

Basierend auf den Liedtexten zu "Iris" und "Big Machine", beide von "The Goo Goo Dolls"!

Sonntag, 22. Juli 2012

Fremder

Fremder, was siehst du, wenn du mir in die Augen blickst?
Fühlst du die Narben, die mein Herz zeichneten?
Hörst du die Worte, die mir bekannt vorkommen?
Sprichst du die Sprachen, die ich mir ausdachte?
Träumst du die Hoffnungen, die ich verdrängte?
Lauscht du den Liedern, die ich sang?
Weißt du um mich, die ich vor dir stehe?
Fremder, erinnerst du dich, dass wir einst nicht fremd waren?

Lasst mich am Leben

Ihr hört meinen zu schnellen Atem und fühlt meinen Puls, der nur weglaufen will. Ihr seht den goldenen, wippenden Punkt am Horizont. Es sind meine Haare, die der Wind verflechtet. Lasst mich laufen. Mein Blick ist auf das Ungewisse gerichtet, in meinen Ohren dröhnt das Leben, dass ich verschlingen will. Wo find ich mich? Lasst mich hoffen. Ich folge dem Regen, der mir ins Gesicht schlägt und lebe von Bäumen, die meine Himmel erweitern. Lasst mich träumen. Mein Herz schlägt für glühende Freiheit und meine Glieder ziehnen mich weg von dem, was ich für Heimat hielt. Lasst mich atmen. Wenn ich umkehre, kann ich dann noch mich nähren, von dem was ihr mir anbietet? Die Sonne perlt auf meiner Haut, ich will nicht stehen bleiben, noch umkehren. Lasst mich fühlen. Lasst mich am Leben, lasst mich endlich gehen.

Ich bin das kleine Blatt

Ich bin das kleine Blatt, das der Baum nicht mehr halten will und das langsam auf die Wasseroberfläche zusegelt. Das Wasser ist so kalt, ich friere. Es berührt meinen Blätterrücken, die Wellen schlagen hart dagegen. Mir wird übel. Ich finde keinen Halt. Das Wasser ist zu weich, es hält nicht und doch gehe ich nicht unter. Wäre es nicht angenehmer es würde mich nach unten ziehen, wie die festen Steine? Und mir die Luft nehmen und mich am Grund welken lassen? Oh, ich bin ja ein Blatt - brauch ich denn Luft, kann ich am Grund überhaupt welken?

Sonntag, 1. Juli 2012

Gespräch mit dir - also doch Monolog

Stehest du neben mir, würde ich dich anlächeln und dabei meine Tränen wegwischen. Ich würde dich in den Arm nehmen und gepeinigt deinen Duft wiedererkennen; würde gewaltsam Erinnerungen unterdrücken und dir sagen, wie schön es sei dich wiederzusehen. Dabei würde ich das schmerzliche Bewusstsein, dir nichts mehr zu bedeuten, unterdrücken. Und ich möchte dir so viel sagen, was du nicht verstehen würdest. Oh, wie sehr wünsche ich, du verstehest. Oder du müsstest nicht einmal verstehen, du solltest nur sehen und fühlen, was ich fühle.
Wieso muss ich alleine durch den Regen wandern? Wieso bin ich gezwungen meine Gefühle in Worte zu fassen, um dich verstehend, fühlend oder doch nur sehend zu machen? Wieso ist es mir nicht erlaubt dich an der Hand zu nehmen und über die orangegetauchten Felder zu laufen? Wenn ich träume sehe ich zwei Gestalten. Die eine erzählt und die andere saugt verzaubert diese neue Welt der Erzählungen in sich auf. Könnte ich dich einmal so fesseln, dir einmal die Regenbogenfetzten an sterilen Schulwänden und die rosa Bänder am Horizont zeigen. Könnte ich dir mit verwirrenden Worten erklären, würdest du unverwirrt verstehen. Sehest du mich einmal so, wie ich dich sehend machen möchte. Würdest du einmal noch den Willen finden mit mir zu sprechen. Und die Geduld haben mir zu lauschen.
Ich weiß nicht, wie lange ich noch lügen muss bis der Schmerz tatsächlich gegangen ist. Sehr lange, denke ich.
Weißt du, nicht die Tatsache des Ungeliebtsein, quält mich so. Du hattest vermutlich recht. Du würdest meine Worte nie entwirren können und ihnen nie den Sinn entnehmen. Langsam wird mir klar, dass ich mich irrte. Wie konnte ich nur glauben, wie konnte ich nur so sehr hoffen?
Man darf aber nicht verlangen verstanden zu werden, wenn man ist wie ich. Solche Menschen besitzen kein Recht darauf. Wir werden uns auf ewig in unsere Künste flüchten, um Realität nichtig zu machen und Antworten zu suchen, deren Fragen nicht einmal gestellt sind. Manchmal wünsche ich mir, jemand würde das hier lesen und mich endlich sehen und lauschen wollen. Ja, ich weiß es ist eine lächerliche Utopie, weil sie nie, nie die Fähigkeit dazu besitzen würden. Für eine Zeit dachte ich, ich wär nicht allein, du wärst der erste gewesen, den ich herumführen könnte. Nun weiß ich, es war ein Irrtum, verzeih mir bitte.
Wie sehr, wie sehr wünscht ich jemand würde lesen, für einen Moment inne halten und begreifen, was meine Worte ihm sagen möchten.

also falle ich

die Wand drückt hart gegen
meinen Rücken sie ist aber
nur Rauch ich kippe während
ich falle erinnere
ich mich dass du nicht da
sein wirst um mich
aufzufangen nachdem ich
schon gefallen bin wenn
ich meine Augen schließe weil die
Luft um mich so drückt hoffe ich
deine Hand wird nach mir greifen aber
sie greift mich nicht also
falle ich


[S<3]

Montag, 25. Juni 2012

ACHTUNG ACHTUNG ACHTUNG ACHTUNG

Mein Buch "Dragonya-Die Geschichte einer Heldin" ist jetzt online bestellbar :DD

Damit für mich keine Kosten entstehen, brauche ich 150 Vorbestellungen, dann erst geht das Manuskript ins Lektorat.
 Ich freue mich über jedes gekaufte Buch und gebe bei etwaigen Fragen auch gerne Antwort! :D


Link dazu:
 http://www.papierfresserchen.de
 unter Unsere AutorInnen auf den Buchstaben "M"  gehen und auf mein Profil (Susi Meindl) klicken


:))
[S<3]


Montag, 28. Mai 2012

Gänseblümchenwiese

Meine Silhouette löst sich vom Horizont. Dort bleibt ein weißer Umriss zu sehen. Auf meiner Haut klebt orange-rosa Himmelblut. Tautropfen wippen in meinem Haar, während ich über den Regenbogen laufe. Ich sehe mich nicht. Die Milchstraße ist mein Nachbar, Bienen leuchten mir den Weg dorthin. Mein Nachbar weiß aber auch nicht, wo ich bin. Die Schokokekse rinnen vorbei, selbst vierblättriger Klee vermag sie nicht aufzuhalten. Ich weiß jetzt, wo ich bin. Siehst du mich auch? Weil Rosen meine Sehnsucht wecken, muss ich träumen. Den weißen Umriss am Horizont gibt es nicht. Ich spreche zu viel Juni, vergib mir, ich log. An den Wänden hüpfen Regenbogenfetzen und leichte Tücher verhüllen diese. Du findest mich einfach nicht? Kein weißer Fleck zeugt mehr von meiner Existenz. Dann begreifst du, dass ich überall bin und es dich gar nicht gibt. Wie gesagt: Zuckerwatte füllt die abstrakten Gebilde meines Kopfes. Mein Diamantkäfig wartet auf mich, ich muss wohl die Morgenröte hassen lernen.

[S♥]

Donnerstag, 17. Mai 2012

Wenn ich lächle


Wenn ich lächle weißt du
Was ich fühle
Wenn ich lächle denkst du
Zu wissen
Wenn ich lächle meinst du
Ich bin glücklich
Wenn ich lächle freust du
Dich dann
Wenn ich lächle machst du
Dir keine Sorgen
Wenn ich lächle spürst du
Die Falschheit
Mit der ich dir ins Gesicht lache

Dienstag, 15. Mai 2012

Band am Horizont

Ich mag das rosa Band, das jemand an den Horizont gemalt hat. Weil man schon die Kraft der Winde spürt, den Regen bereits riecht und sieht, wie die Dunkelheit den Himmel nach und nach auffrisst. Das rosa Band lässt sich davon aber nicht einschüchtern, im Gegenteil. Der Maler holt seinen Pinsel erneut hervor und färbt den Fleck auf der Leinwand kräftiger. Um mich herum gedeien die Schatten, aber ich habe keine Angst, das rosa Band ist ja da. Nässe läuft über die Straße. Zuerst ganz schleichend und leise, dann mit kräftigen, prasselnden Schritten. Sie weicht meine Kleider ein und lässt mich gewaschene Luft atmen. Vergeblich sucht der Wind mit meinem nassen Haar zu spielen, er lässt mich bloß frieren. Träge schleppt sich die Finsternis vorwärts. Bald wird das Trampeln der Nässe alles sein was zu hören ist, bald wird nur mehr Kälte zu spüren sein.
 Aber ich habe keine Angst, denn das rosa Band ist ja noch da.

Montag, 14. Mai 2012

Rosa Zuckerwatte

Heute schnell, während ich Mathe-Nachhilfe gegeben habe, zusammengekrizelt ;) Meinem Nachhilfekind hat´s jedenfalls gefallen :D


Rosa Zuckerwatte

Wenn ich eine rosa Zuckerwatte wär,
Ja, das gefiele dir wohl sehr.
Säß süß und stumm auf dem Stab,
Welchen der Verkäufer in deine Hände gab.
Bräuchtest meine Widerworte nicht zu dulden,
Hätt´ ich dir nur süßen Geschmack zu schulden.
Trägest mich wohin du wolltest,
Müsstest dir nicht mehr sagen lassen, was du solltest,
Denn Zuckerwatten halten ja bekanntlich den Mund,
Sind nur da um stumm zu verschwinden im Schlund.
Wenn ich eine rosa Zuckerwatte wär,
Ja, dann widerspreche dir niemand mehr.

[S<3]